Die folgende Stellungnahme stammt von der Deutschen Bausparkasse Badenia und war zeitweise auf ihrer Website zu finden. Inzwischen ist diese Stellungnahme aus dem Netz genommen worden.
Die Veröffentlichung hier soll das unseri�se Verhalten der Badenia Bausparkasse dokumentieren, denn ihre Stellungnahme ist zumindest in Teilen nachweislich falsch. Auf diesen Umstand wurde die Badenia aufmerksam gemacht (siehe hier).

Dieses Vorgehen der Badenia Bausparkasse dr�ngt die Frage auf, ob die R�cknahme der Stellungnahme erst auf diesen Hinweis erfolgte und sie folglich damit �berfordert ist, sich von sich aus ehrlich und seri�s zu verhalten.


- Beginn der Stellungnahme der deutschen Bausparkasse Badenia -

 

Stellungnahme zum "Frontal21"- Bericht im ZDF vom 27.11.2001

In o.g. Fernsehbericht wird der Eindruck erweckt, dass zahlreiche Kleinanleger von der Badenia durch den Kauf von angeblich �berteuerten Eigentumswohnungen "geprellt" worden w�ren. Diese Grundaussage und Gesamttendenz des Beitrages ist ebenso wie manche Details falsch.

Tatsache ist:

Zahlreiche Eigentumswohnungen wurden seit 1988 von der Firma Heinen & Biege vermittelt. F�r die Deutsche Bausparkasse Badenia war die Firma Heinen & Biege - wie viele andere Vermittler auch - als Handelsvertreter t�tig und vermittelte u.a. Finanzierungen im Zusammenhang mit Bausparvertr�gen.

Die Deutsche Bausparkasse Badenia hat zur Einsch�tzung der Kreditrisiken den Beleihungswert der Wohnungen ermittelt und unter Einhaltung der Bestimmungen des Bausparkassengesetzes und des KWG die Finanzierung durchgef�hrt. Unabh�ngig davon lagen und liegen der Deutsche Bausparkasse Badenia auch keinerlei Erkenntnisse dar�ber vor, dass die damaligen Kaufpreise nicht marktgerecht gewesen w�ren.

Die Eigent�mer der Wohnungen haben sich in Mieteinnahmegemeinschaften (Mietpools) zusammengeschlossen, um die Risiken des Einzelnen bei der Vermietung zu reduzieren. In diese Mieteinnahmegemeinschaften flie�en die Mieteinnahmen. Gegen diese Einnahmen werden die Nebenkosten sowie die Kosten der Hausbewirtschaftung verrechnet.

Die Objekte waren zum Zeitpunkt der Beleihung intakt und in gutem Zustand. Wenn sich heute einzelne Objekte teilweise in einem schlechteren Zustand befinden sollten, ist dies aus Sicht der Badenia sehr bedauerlich. Diese Situation kann der Badenia als Finanzierungsinstitut nicht angelastet werden, da das Kreditinstitut zu keinem Zeitpunkt Einwirkungsm�glichkeiten auf das Objekt hat. Nach Auffassung der Deutsche Bausparkasse Badenia sind etwaige Schwierigkeiten bei der Vermietung oder Ver�nderungen der Wertentwicklung bei den Objekten ma�geblich auf einen unvorhersehbar ver�nderten Immobilienmarkt zur�ckzuf�hren.

Einige Kunden haben Prozesse gegen die Deutsche Bausparkasse Badenia angestrengt. Sie berufen sich auf angebliche Falschberatung der Vermittler, f�r die nach ihrer Meinung die Deutsche Bausparkasse Badenia einstehen soll. Die Gerichte haben in s�mtlichen bislang rechtskr�ftig entschiedenen F�llen best�tigt, dass die Deutsche Bausparkasse Badenia f�r die behauptete Falschberatung der Verkaufsvermittler im Hinblick auf den Immobilienerwerb schon aus Rechtsgr�nden nicht haftet, weil sich ihre Funktion auf die eines Kreditgebers beschr�nkt hat. Soweit ersichtlich geht es den Kl�gern darum, sich von den erworbenen Immobilien zu trennen, weil sich m�glicherweise die Ertr�ge aus der Immobilie oder der Verkehrswert in den Jahren seit dem Erwerb verschlechtert haben. Diese Aspekte betreffen aber nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ausschlie�lich die Anbahnung des Grundst�ckserwerbes, nicht aber die Anbahnung der Finanzierung.

Dar�ber hinaus wurden in der Sendung am 27.11.2001 folgende falsche Aussagen getroffen:

"170.000 Mark mehr Schulden"

Das von Rechtsanwalt Reiter dargestellte Beispiel ist falsch. Eine Bausparfinanzierung mit Vorausdarlehen ist nicht um 170.000 Mark teurer als ein normales Annuit�tendarlehen mit 20 Jahren Laufzeit.
Richtig ist, dass eine Bausparfinanzierung – auch mit Vorausdarlehen – wegen der Zinssicherheit des Bauspardarlehens �ber die gesamt Laufzeit die sicherste Finanzierungsart ist.

Schon bald bleibt die Miete ganz aus

Es wird f�lschlicherweise behauptet, ein Mietpool garantiere die Tilgung der Schulden.
Richtig ist, dass eine Mieteinnahmegesellschaft die Einnahmen nicht garantiert. Die Abrechnung der Einnahmen und Ausgaben erfolgt einmal j�hrlich; �bersch�sse erh�lt der Teilnehmer ausbezahlt. Unterdeckungen m�ssen vom Teilnehmer beglichen werden.

"Vermittler bekamen hohe Provisionen"

Es wird behauptet, dass f�r jeden vermittelten Bausparvertrag die Vermittler eine hohe Provision bekommen h�tten.
Richtig ist:
Die Finanzierungsvermittlungsfirma erhielt f�r die Vermittlung von Bausparvertr�gen branchen�bliche Vermittlungsprovisionen.


"Abzocke mit Immobilien"

Es wird behauptet, dass der Finanzvorstand der Badenia, Herr Elmar Agostini durch seine Mitgliedschaft im Beirat der Heinen & Biege-Gruppe das volle Wissen �ber die �berteuert verkauften Wohnungen und �ber falsche Verkaufswerte gehabt h�tte. Diese Behauptung ist falsch.

Bereits mit Schreiben vom 2.11.2001 hat die Badenia auf Anfrage gegen�ber "Frontal21" schriftlich ge�u�ert, dass das damals f�r das Kreditgesch�ft der Badenia zust�ndige Vorstandsmitglied Agostini vom Fr�hjahr 1998 bis Sommer 1999 ehrenamtlich im Beirat der Firma Heinen & Biege war und mit dem operativen Gesch�ft �berhaupt nicht befasst gewesen ist. Der Beirat hatte ausschlie�lich beratende Funktion. Die Badenia hatte auch weder direkt noch indirekt - auch nicht �ber Herrn Agostini - Einfluss auf die Gesch�ftspolitik der Firma Heinen & Biege.

"Badenia sah selbst Grund zur Panik"

Es wird behauptet, die Badenia habe ein Insolvenz-Szenario angefertigt und Herrn Heinen laut Niederschrift eine Million DM Darlehen gew�hrt.
Dieses ist falsch.

Richtig ist, wie auch bereits in der Stellungnahme der Badenia am 6.11.2001 klargestellt wurde: Die Badenia hat kein "Insolvenz-Szenario" f�r die Heinen & Biege-Gruppe verfasst. Eine Mitarbeiterin der Badenia war neben verschiedenen Teilnehmern u.a. von Seiten der Heinen & Biege Gruppe bei einer Zusammenkunft anwesend. Sie hat lediglich die Abfassung der Niederschrift �ber diese Zusammenkunft �bernommen. Der Badenia kam daher keine dar�ber hinausgehende Rolle in diesem f�r und von Heinen & Biege entwickelten Szenario zu.


Im �brigen ergibt sich aus der Niederschrift keineswegs, dass ein Darlehen an Herrn Uwe Heinen bei der Badenia beantragt werden sollte. Ein solches Darlehen ist bei der Badenia weder beantragt noch gew�hrt worden.

"Badenia hat sich st�rker eingemischt als erlaubt"

Es wird von Herrn Pfeil (Insolvenzverwalter) behauptet, dass sogenannte Provisionsvorauszahlungen von der entsprechenden Aufsicht als nicht statthaft angesehen worden waren und diese dann verboten wurden.
Diese Aussage k�nnen wir nicht nachvollziehen.

Richtig ist: Ein solches Verbot liegt nicht vor



- Ende der Stellungnahme der deutschen Bausparkasse Badenia -
Dokumente
letzte Änderung: 8.2.2002
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