"Abzock" - System
Es ist keineswegs die Badenia-Bausparkasse allein, für die die Beteiligung an sogenannten "Erwerber-" und "Treuhandmodellen" ein lukrativer Teilbereich ihrer Finanzgeschäfte ist.
Es ist allgemein bekannt, dass die HypoVereinsbank (früher HypoBank ) und die Commerzbank massenweise Treuhand- und Erwerbermodelle finanziert haben. Folge: über hunderttausend ruinierte Menschen / Familien. Die Links unter Widerstand , bzw. unter Links führen zu bereits bestehenden Auflistungen dubioser und unseriöser Firmen und Banken.
In den achtziger Jahren wurden massenweise Gutverdienende von Immobilienhaien
nach dem "Bauherrenmodell" hereingelegt und mit Lockruf "Steuern sparen!" um
einen Teil Ihres Kapitals erleichtert. Nachdem diese Masche nicht mehr zog,
verlagerte sich das Interesse der Abzocker auf den viel größeren Anteil der
Bevölkerung ohne nennenswertes verfügbares Kapital.
Diese Zielgruppe konnte nur dadurch in ein Immobiliengeschäft hineingezogen
werden, dass Banken und Bausparkassen Kredite bzw. Darlehen zur
Vollfinanzierung bereitstellten. Die hohe Verschuldung wurde von den
Immobilienfirmen mit den Mitteln arglistiger Täuschung "schön-gerechnet".
Tatsächlich gelang es den Immobilienvertrieben, eine Reihe von Banken für ihr
cleveres Konzept als Finanzierer zu gewinnen. Die Banken können auf diese Weise
über Kredite riesige Gewinne einfahren. Sie verlassen sich darauf, dass sie ihr
Geschäftsverhalten in einer rechtlichen Grauzone um "Verbraucherschutz" und
"Bankenhaftung" in Verbindung mit der "ständigen Rechtsprechung des
Bundesgerichtshofs" als legal erscheinen lassen können.
Die gewaltige Masse der Betrugsfälle, die Beteiligung vieler Banken an den
Abzockgeschäften und deren stereotype Rechtfertigungsformeln ("nichts gewusst"
und "nicht zur Warnung verpflichtet") lassen allerdings vermuten, dass hier
mit System und krimineller Energie vorgegangen worden ist.
Scharen von Bankjuristen sind damit beschäftigt, das Verfahren der Banken im Zusammenhang mit den sogenannten "Treuhand"- und "Erwerbermodellen" juristisch zu rechtfertigen und die rechtliche Grauzone im Sinne der Banken zu besetzen.
Der Bundesverband deutscher Banken stellt sich – wen wundert es? – bei
Nachfragen hinter die dubiosen Machenschaften unter Berufung auf die
"ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs" und auf die
"rechtswissenschaftliche Literatur". Zur Belehrung der Betroffenen
wird auf die "wissenschaftlichen" Ausführungen von Dr. Helmut
Bruchner, Rechtsanwalt und Banksyndikus, in der "Zeitschrift für
Immobilienrecht" verwiesen.
Herr Bruchner ist Justiziar der
HypoVereinsbank
!
Solange bei "vermittelten Immobilienkrediten" keine Eindeutigkeit über die Bankenhaftung besteht, bedienen sich "geschäftstüchtige" Banken einer "Geldmaschine": Sie lassen sich durch betrügerische Firmen Kreditverträge vermitteln und legen dabei die Hände vornehm und unschuldig in den Schoß, um später gierig den Geldsegen aufzufangen.
Wird dies tatsächlich durch Gesetz und Rechtsprechung legalisiert?
Mehrere hunderttausend Immobilienbetrugsopfer sind empört und verzweifelt: die
riesigen Schulden bei Banken, zu denen sie betrügerische Vermittler im Verbund
mit dem Kauf einer -Steuerpar-Immobilie" überredet haben, treiben sie
unaufhaltsam in den Ruin. Die Versuche, die Banken, die schwindelerregende
Darlehen trotz Kenntnis des Betrugskonzepts ohne Warnung an die vielen
Kleinverdiener herausgegeben haben, zu Schadensersatz heranzuziehen, laufen
überwiegend ins Leere. Geldverschlingende Klagen werden massenhaft von den
Gerichten abgewiesen. Parteien, Politiker und Behörden reagieren mit deutlichem
Desinteresse auf vorgebrachte Beschwerden, sogar auf Demonstrationen. Selbst
die Medien lassen das Thema - von einigen spektakulären Ausnahmen abgesehen -
am liebsten links liegen.
Die häufig geäußerte Theorie, dass die Banken aufgrund der hohen öffentlichen
Verschuldung die eigentlichen Machthaber im Staate seien, die straflos auch auf
ungesetzlichen Wegen ihre Profitgier ausleben können, da sie den Gesetzgeber /
die Politiker kaufen (Aufsichtsratsposten...) und Richter beeinflussen
(Honorare...), hat eine gewisse Plausibilität, geht das Problem allerdings nur
eindimensional an. Das Komplott beim Immobilien-Massenbetrug ist umfassender
und verworrener. Und es vermengt auf teuflische Weise respektable politische
Ansätze mit miesesten kriminellen Geschäften.
Die Wohn-Immobilie ist seit je - besonders aber seit dem zweiten Weltkrieg -
zum einen eine interessante Kapitalanlage mit einem lukrativen Markt, zum
anderen aber auch Teil der Grundversorgung des Menschen und gehört insofern zu
den sozialpolitischen Aufgaben der Gesellschaft (Bund, Länder, Kommunen,
gemeinnützige Einrichtungen usw.).
Angebote von Eigentumswohnungen zum Kapitalaufbau durch Steuervorteile -
teilweise auch mit Vollfinanzierungsangeboten, die bei den Erwerber- und
Treuhandmodell-Geschädigten die Alarmsirenen auslösen - gibt es bis heute in
großer Menge. Viele Immobilienfirmen verweisen im Firmenporträt als besondere
Referenz auf Erfahrungen mit "Wohnungs-" bzw. "Mieterprivatisierung" hin -
häufig mit dem wohlklingenden Zusatz „sozialverträglich".
Bei einem dieser Immobilienanbieter tauchen die Namen F. Wxxxxx und J.
Hxxxxxxxxx auf.
F. Wxxxxx.
Bis vor einem Jahr traten beide für eine "Gesellschaft für Mieterprivatisierung
mbH" regelmäßig als Referenten in renommierten Seminaren zum Thema
"Erfolgreiche Privatisierung kommunaler Wohnungsbestände" des
"Euroforums"
auf - als Mitreferent übrigens ein den Käufern von ALLWO-Immobilien über
Heinen&Biege bekannter Notar B. Sxxxxx aus Hannover.
Das alles klingt sehr honorig und seriös.
Von irgendwoher kommen allerdings böse Ahnungen auf. Die Gründe hierfür liegen
schon fast zwei Jahrzehnte zurück!
Ein Begegnungspunkt in der Karriere von Hxxxxxxxxx und Wxxxxx ist die "
Allgemeine Immobilien Holding AG
". Diese Holding gehörte bis 1998 zum Bestand der „Beteiligungsgesellschaft der
Gewerkschaften AG" (BGAG), die bis in die achtziger Jahre als allgewaltiger
Wirtschaftskonzern der Gewerkschaften galt.
Zur BGAG gehörten u.a. die "Bank für Gemeinwirtschaft" (BfG), die
"Volksfürsorge", die Ladenkette "Coop", und das Immobilienunternehmen "Neue
Heimat".
Die "Neue Heimat", Teil des "gemeinwirtschaftlichen" Konzepts des DGB,
scheiterte Mitte der achtziger Jahre unter dem Hohngelächter der
"Marktwirtschaftler" in einem riesigen Skandal: durch wirtschaftliche
Inkompetenz und persönliche Bereicherung der "Neue- Heimat-Bosse" geriet das
Unternehmen in die Pleite. Die Schulden waren so hoch, dass der
Wirtschaftskonzern der Gewerkschaften BGAG nicht nur den Großteil des
Wohnungsbestandes der "Neuen Heimat" sondern auch große Teile der BfG-Bank und
der Volksfürsorge abstoßen musste, um aus der Verschuldung herauszukommen.
Groß-Aufkäufer war die Aachener und Münchener Beteiligungsgesellschaft (AMB).
Die 320.000 Wohnungen der "Neuen Heimat" - zum großen Teil
heruntergewirtschaftet - ließen sich nur schwer "an den Mann bringen". Zum Teil
übernahmen die Länder und einzelne Kommunen die "Konkursmasse", zum Teil
führten gewerkschaftseigene Firmen unter neuem Namen das Immobiliengeschäft (z.
B. BauBeCon/Hannover) weiter und zum Teil gründeten sich neue Gesellschaften
speziell zum Zweck der Verwertung der "Neue Heimat"- Wohnungen, so z.B. die
ALLWO
(Hannover) als Immobilienhändlerin im AMB-Konzern und die
Allboden
(ebenfalls Hannover) als Verwerterin des Grundbesitzes der NH und Tochter der
gewerkschaftseigenen Allgemein Immobilien Holding AG mit dem Ziel, neue
Wohnungen zu errichten und zu verkaufen ( u. a. Helgolandhaus in Wilhelmshaven).
Wxxxxx und Hxxxxxxxxx als (führende) Mitarbeiter der Allgemeine Immobilien
Holding AG steckten also mitten drin in der Herausforderung, aus (Immoblien-)
Dreck Gold zu machen. Wxxxxx arbeitete bei der
Allboden
mit und Hxxxxxxxxx gehörte zum Gründungsvorstand der
ALLWO
(1988).
Zufällig bestanden parallel zum Neue-Heimat-Skandal weitere Herausforderungen
für den Immobilienmarkt (und bestehen eigentlich bis heute weiter): die
wachsende Finanznot der Kommunen zwang diese, ihr Engagement im Wohnungsbau
(Trägerschaft oder Beteiligungen an sozial-orientierten
Wohnungsbaugesellschaften) zurückzufahren und durch Verkauf ihrer
Immobilienbestände oder der Anteile daran die Haushalte zu sanieren. Der
Wohnungsmarkt war überschwemmt von Verkaufangeboten insbesondere großer Objekte
mit Sanierungsstau und "problematischen" Mietern. Mit der Einigung 1989
kündigte sich zusätzlich das Riesenproblem der Überführung der staatlichen
Wohnwirtschaft der DDR (Plattenbauten!) in das westliche Wirtschaftsgefüge an.
Der Knackpunkt beim "Verscherbeln" von Objekten eines überwiegend
"sozial-orientierten" Wohnungsbestandes war und ist, dass es sich dabei nicht
nur um Sachwerte handelte, sondern dass Menschen (Mieter) betroffen waren. Die
"Privatisierung" musste natürlich - um politischen Sprengstoff zu vermeiden -
die Belange der Mieter berücksichtigen. Private Großinvestoren waren zunächst
kaum interessiert, da "soziale" Verpflichtungen nicht mit der
Profit-Orientierung zusammenpassten. So wurden viele Ideen zur
"sozialverträglichen" Privatisierung der Wohnobjekte geboren , insbesondere die
"Mieterprivatisierung". Bei diesem Modell übernahmen Immobilienunternehmen die
für die öffentlichen Träger inzwischen "lästigen" Großobjekte zu günstigen
Konditionen, um die einzelnen Wohnungen an die jeweiligen Mieter zu verkaufen.
Die Großobjekte wurden hierzu systematisch in Teileigentum aufgeteilt und
gleich die nötigen Verwaltungsgesellschaften gegründet.
Bundesweit allerdings musste registriert werden, dass die Mieter nur zu einem
geringen Teil für den Kauf ihrer Wohnung zu gewinnen waren - trotzdem aber die
Wohnung zu ähnlichen Bedingungen wie bisher behalten wollten. Kreative Köpfe
kamen auf die Idee, dass die Wohnungen einzeln auch unbedarften Kleininvestoren
"untergejubelt" werden könnten und dass dies für (fast) alle Beteiligte sogar
ein profitables Geschäft sein könnte. Steuerliche Anreize des Staates hatten
inzwischen den Immobilienerwerb zu Vermietungszwecken als langfristige
Kapitalanlage interessant gemacht. Abschreckend war und ist bei dieser
Kapitalanlage für mögliche Interessenten - vor allem Laien - der Wust an
Formalitäten beim Erwerb und die laufende "Bewirtschaftung" der Immobilie. Hier
ergab sich ein lukratives Betätigungsfeld für seriöse, insbesondere aber auch
für phantasievoll mit krimineller Energie arbeitende Immobilienfirmen und
Finanzberater.
Die bereits genannte Fa.
ALLWO
mit Gründungsvorstand Hxxxxxxxxx belegt sich selbst mit dem Titel "Vorreiter
der sozialverträglichen Wohnungsprivatisierung". Mit 8000 Wohnungen aus dem
Erbe der "Neuen Heimat" begann sie 1988 im AMB-Konzern ihre Arbeit. 11500
Wohnungen wurden bis heute verkauft. Ca. 4000 Wohnungen verkaufte sie über den
Strukturvertrieb
Heinen&Biege
als ruinöses Steuerspar-Modell an Kleinanleger, denen die
Badenia Bausparkasse
(auch AMB) die "schwindelerregenden" Darlehen zur Verfügung stellte. Das
Verkaufskonzept von Heinen&Biege wurde 1966 vom damaligen Bundesbauminister
Klaus Töpfer (CDU) -blauäugig oder wissentlich? - als innovative Geschäftsidee
öffentlich belobigt.
Die "geniale" Immobilienidee wurde natürlich nicht von ALLWO und Heinen&Biege
exclusiv umgesetzt:
Mit den Erwerber- und Treuhandmodellen wurde flächendeckend eine riesige
Klientel von Klein- und Normalverdienern ohne freies Kapital mit der Verlockung
"Kapitalanlage durch Schuldenmachen" beglückt. Die Käufer solcher Wohnungen,
die auf seriöse Beratung angewiesen waren, wurden meist über Strukturvertriebe
mit falschen Wertangaben, geschönten Mietprognosen und mit weiteren miesen
Verkaufstricks dazu verleitet, abenteuerliche Kredite bei renommierten Banken
für den Erwerb einer "steuermindernden" Wohnung aufzunehmen.
Und die Banken gewährten skrupellos die Darlehen, durch die für die
Darlehensnehmer langfristig der Ruin vorprogrammiert war. Trotz nachgewiesener
Verwicklung in das Gesamtkonzept des Vertriebs werden Schadensersatzforderungen
der geprellten Käufer seitens der Banken hartnäckig zurückgewiesen. Sie leugnen
das Wissen um das Betrugskonzept, berufen sich auf die zweifelhafte
Rechtsprechung des BGH (Trennungstheorie und Nichtverpflichtung zur Aufklärung
über die Risiken des Darlehens).
Da in der Gesamtbilanz dieses facettenreichen Immobilien - Monopolys die
"Positiva" überwiegen, scheint kein besonderes öffentliches Interesse an der
Aufklärung eventueller Unregelmäßigkeiten oder gar Straftaten der Banken zu
bestehen.
Tatsächlich gab es auch fast nur zufriedene Beteiligte: